5 hilfreiche Tipps zur Auswahl eines PIM Systems

Tipp 1: Haben Sie bereits ein PIM im Einsatz? (Kriterium: Vorerfahrung)

Sie haben bereits ein PIM-System im Einsatz und sind nicht zufrieden mit den Funktionen und Features, die es Ihrem Unternehmen bietet?
Dann empfehle ich Ihnen, jetzt einen Blick auf den PIM-Markt zu werfen. Da PIM-Systeme im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie zunehmend in den Fokus vieler Unternehmen geraten, sollten Sie sich die Roadmaps der verschiedenen Hersteller ansehen – der Markt ist in Bewegung. Aus Ihrer Systemerfahrung und aus Projekten, die Sie Inhouse oder mit externen Beratungsunternehmen bereits durchgeführt haben, lässt sich einschätzen, ob Sie zu einem anderen PIM-System wechseln können oder sollten. Nicht selten stellt sich heraus, dass Sie individuelle Funktionen und Anforderungen in einem anderen System nachhaltig effizienter implementieren – oder sogar „out of the box“ nutzen können. Sprechen Sie intern mit den Stakeholdern Ihrer PIM-Prozesse (wenn Sie denn auch Prozesse haben 😉) und sammeln Sie die Funktionen, Ideen und Anforderungen ein. Dann können Sie explizit recherchieren, oder sich im Zweifel mit einem neutralen Partner vernetzen und sich zielgerichtet beraten zu lassen.

Tipp 2: Sind Sie bereit für einen PIM-Prozess? (Kriterium: Prozesse)

Sind Sie bereit einen PIM-Prozess zu leben? Vor der Auswahl eines PIM-Systems müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass sich die Einführung der Software konkret auf die Arbeitsweise und Zusammenarbeit bestehender Unternehmensfunktionen auswirkt. Ein PIM-System verbindet Tools, Personen und Kanäle direkt, wie z.B. Ihr ERP mit internen (oder externen) Grafikern, die Ihren Katalog produzieren, oder Ihre Content-Manager, die für den neuen internationalen Webshop fachlich übersetzte und freigegebene Texte benötigen.
Dementsprechend empfehle ich Ihnen, sich gedanklich bei der Einführung eines PIM-Systems nicht alleine auf das initiale Setup und die Software-Einführung zu konzentrieren. Wichtig ist ein sauberes Management des PIM-Prozesses inkl. Dokumentation, einer definierten Zuständigkeit und einem proaktiven Commitment, den Prozess interdisziplinär zu leben und auch weiterzuentwickeln.

Tipp 3: Wieviel ist Ihnen ein PIM-System wert? (Kriterium: Budget)

Falls Sie noch kein PIM-System im Einsatz haben, stellt sich die Basisfrage zum Thema Budget. Eine Enterprise-Software kann sehr teuer sein, zumindest die Anschaffung könnte aber auch sehr günstig in Form einer Open-Source-PIM-Lösung erfolgen. Der Einsatz von Open-Source in Unternehmen wird breit diskutiert und das Pro und Contra muss abgewogen werden. Fakt ist, auch eine Open-Source-Lösung kann die Bedürfnisse eines Unternehmens bestens bedienen, wenn man für den Linienbetrieb bereit ist, IT-Ressourcen für Support und ggf. Feature-Entwicklung einzuplanen. Bei proprietären Lösungen mit einem entsprechenden Standing auf dem PIM-Markt wird meist ein Support-Paket mit angeboten und initial eingekauft. Zudem kann im Falle von fehlerhaft oder ungenügend implementierten Features des PIM ein fixes Service-Level-Agreement (SLA) angesprochen werden.
Zur PIM-Auswahl gesellt sich mit dem Kriterium Budget eine weitere Option über die man sich sinnvoll informieren oder beraten lassen kann.

Tipp 4: Welche Systeme müssen angebunden werden? (Kriterium: Konnektivität, Kanäle)

PIM-Systeme können per Definition auch als Datenhub zwischen Systemen und Datenspeichern betrachtet werden. Eine konsolidierte, zentrale Datenquelle für Ihre Produktinformationen sollte entsprechend verlässliche Standard-Schnittstellen anbieten, die idealerweise flexibel konfigurierbar sind. Diese Information ist für Sie sicherlich nicht neu und auch nicht auf PIM-Systeme beschränkt.
Die Änderungen in Ihrem Unternehmensumfeld initiieren oft auch neue Ausleitungskanäle, die ebenso mit Produktdaten versorgt werden sollen. Ich habe in PIM-Projekten mehrfach erlebt, wie Standard-Schnittstellen die Planung und Robustheit eines Datenaustauschs deutlich vereinfachen. Individuell implementierte, oft undokumentierte Schnittstellen auf Basis von „veralteten“ Technologien („Hotfolder“, CSV-Parsing mit individuellen Programmiersprachen) haben sicher ihre Berechtigung, stellen jedoch auch ein Projektrisiko dar, dass eine empfindliche Projekt-Timeline stehts im falschen Moment tangieren wird.
Daher rate ich Ihnen, bereits vorab die möglichen Anbieter von Konnektoren und Middleware für ein PIM-System auch hinsichtlich der Qualität und Kosten zu überprüfen. Wie immer gilt, eine gute Vorrecherche hilft bei der Auswahl und erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine gute Entscheidung für ein geeignetes PIM-Produkt zu treffen.

Tipp 5: Möchten Sie dem Markt vertrauen? (Kriterium: Bekanntheit, Vertrauen)

Wenn Sie z.B. im Internet nach PIM-Anbietern und -Systemen recherchieren, dürfen Sie sich auf reichhaltige Ergebnisse freuen. Auch Meta-Seiten werden angezeigt, die bei der PIM-Auswahl behilflich sein möchten. Ich persönlich bin kein Freund von einem zu großen Angebot, das anhand unscharfer Kriterien zu filtern ist. Experimente der Verkaufspsychologie bestätigen, dass Kunden sich bei einer zu großen Anzahl an Kaufoptionen, oft für den „Nicht-Kauf“ entscheiden. Das Risiko der vermeintlich falschen Wahl ist nicht einschätzbar und wird daher zeitweise gemieden. Würde es beispielsweise nur 7 PIM-Systeme geben, ließe sich das Angebot recht gut überblicken und alle könnten einfacher einbezogen werden. Dem ist jedoch leider nicht so -und meist müssen Sie sich entscheiden da es Termine und Vorgaben gibt.
Ein Kriterium bei Unsicherheit, das häufig herangezogen wird (auch unbewusst), ist der Vertrauensvorschuss zu den Marktführern und gut bekannten PIM-Systemen. Hier kann man wenig falsch machen – das ist die Grundannahme. Der Markt sollte es wissen, da dieser sich doch quasi selbst reguliert und konsolidiert (eine weitere Hypothese).
Das kann sein, man weiß es jedoch nicht. Aus diesem Grund habe ich diese Tipps für Sie dokumentiert, die in ihrer Einfachheit sinnfällig erscheinen und mit moderatem Aufwand einen Kriterienkatalog liefern, der die Optionen sinnvoll eingrenzen kann. Ich wünsche Ihnen im Namen der PIM-Astronauten viel Erfolg und auch Spaß mit ihrem zukünftigen PIM-System.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ich meinte 3 Open source PIM

  2. Hallo,
    Gibt es auf dem Markt nur 3 PIM-Systeme? Ich hab nur Akeneo, Pimcore und TreoPIM gefunden. Kann man irgendwo den Unterschied zwischen diesen Systemen ansehen? Besten Dak für die Antwort!

    1. Hallo und vielen Dank für den Kommentar.
      Der PIM-Markt hat – im Gegensatz zu anderen Systembereichen (z.B. MAM, Shop, CMS) – nur eine überschaubare Anzahl an Playern, weshalb der Open Source Markt seither nur eine untergeordnete Rolle spielt, da die etablierten Player den Markt dominieren.
      Einen Systemvergleich gibt’s hier auf der Seite im Downloadbereich.
      Allerdings haben wir momentan – eben aus dem oben genannten Grund – unseren Fokus auf Nicht-Open Source gelegt.
      Ich hoffe, ich konnte alle Fragen beantworten. Falls nicht: gerne nochmal melden.
      Beste Grüße!

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